Im Amt I

Als ich ein Kind war, ging mein Vater „ins Amt“. Und wenn er „im Amt“ war, hieß das, dass er arbeiten gegangen war.

„Das Amt“, das war das große Ministeriumsgebäude auf der Wiener Ringstraße, in welchem er seiner Tätigkeit als Österreichischer Beamter nachging. Meine Erinnerungen an seine zweifelsohne wichtige Tätigkeit fokussieren sich auf Paternoster und endlose Gänge. Ich weiß nicht, ob es sie noch gibt, die „Paternoster“, jene Aufzüge, die ständig rundherumfahren, und bei denen man aus- und einsteigen kann, wie man möchte. Ich könnte mir vorstellen, dass sie den allgemeinen Verboten zum Opfer gefallen sind, gibt es heutzutage ja nicht einmal mehr Lifte, ohne zusätzliche innere Sicherheitstüren. Und die Paternoster fahren immer rundherum, ohne Unterbrechung, egal, ob man zu früh oder zu spät „einsteigt“, ob man herunterhüpfen muss oder schnell aufspringt… [Weiterlesen...]

Ostern

Das Frühjahr in Mallorca lässt sich Zeit.
Wohl blühen im Februar bereits die Mandeln und überziehen die Insel mit Millionen von weißen Blüten – aber alljährlich sind Mallorcaneulinge überrascht, wenn sie zu Ostern (noch) nicht schwimmen können…
Das Meer ist kalt vom langen Winter, die Luft kühl und die Sonne, die zwar schon manchen Sonnenbrand verursacht, kämpft auf verlorenem Posten gegen den auflandigen Wind an.
“Hasta el cuarenta de mayo no te quites el sayo” sagt ein mallorquinisches Sprichwort. („Vor dem 40. Mai zieh´ den Leibrock nicht aus“) Aber heuer könnte es anders sein.
Spät, sehr spät kommt der erste Frühlingsvollmond. Bis 18. April lässt er sich Zeit, und somit fällt die Semana Santa, die Karwoche, auf Ende April. [Weiterlesen...]

Onkel Nappi

Manchmal frage ich mich, wie Napoleon I. Kaiser der Franzosen
wohl so als Onkel gewesen sein mag.
So viel schon wurde über den Mann geschrieben – (fast) alles ist über ihn bekannt – nur als Onkel kann man sich ihn nicht richtig vorstellen.
Also stellen wir uns doch einfach vor, Napoleon hätte einen Neffen gehabt. Natürlich einen berühmten, einen royalen. So einen wie unseren guten alten Kaiser. Ja genau den, den Franzl, den von der wunderschönen Sissi, welcher wir hier in Wien gleich einmal ein zweites „S“ in den Namen gezaubert haben, damit es sich weicher anhört.

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